Dem Verbraucher in Deutschland wurde ja schon viel Verpanschtes untergeschoben – gehört Stevia bald dazu?
Verpanschter Wein mit leckerem Glycerin, manipuliertes Olivenöl aus Italien oder mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte landeten bereits auf den gedeckten Tischen, wobei sich die unappetittliche Liste natürlich noch fortsetzen ließe – ich erinnere an Gammelfleisch in den Kühltheken oder Glassplitter im Joghurt.
Kommt jetzt gepanschtes Stevia auf den Tisch oder in die Flasche?
Folgende Pressemeldung eines deutschen Zuckerherstellers, läßt bei mir die Alarmglocken schrillen:
“Nordzucker will künftig Zucker mit Stevia-Pflanze mischen
Wie Nordzucker der Presse mitteilte, ist ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem malaysischen Stevia-Produzenten PureCircle geplant. Ziel der Zusammenarbeit sei es, “neue, komplett natürliche Süßungsmittel” aus Zucker und der kalorienarmen Stevia-Pflanze zu entwickeln und zu vermarkten. Die Zucker-Stevia-Mischungen sollen laut Nordzucker vor allem in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie in Zentral- Ost- und Nordeuropa eingesetzt werden.”
Den meisten Stevia-Fans ist klar, daß die langjährige Verzögerungstaktik um die Zulassung der Stevia in Deutschland bzw. Europa, der Zucker- und Süßstoffindustrie zu verdanken ist. Und es war eigentlich auch klar, daß eine Zulassung früher oder später kommen MUSS, aber eben erst dann, wenn sich die Zuckerlobby entsprechend auf dem Markt positioniert hat – so in den USA geschehen, wo ein Zuckergigant kurz vor Zulassung klammheimlich auf den Steviabestandteil Rebaudiosid-A sowie dessen Gewinnung viele Patente angemeldet hat (siehe Blog-Artikel).
Allmählich werden auch die Deutschen wach, wie o.g. Presseartikel zeigt, denn die Zulassung der Stevia in Deutschland wird für 2011 erwartet.
Die Verwendung von Stevia in Getränken ist grundsätzlich eine tolle Idee – süß, gesund und ohne Kalorien. Noch viel gesünder wäre es, wenn es sich um Stevia aus Paraguay handeln würde und nicht aus Fernost – aber das ist eine andere Geschichte.
Die Gretchenfrage für mich ist: Warum um alles in der Welt soll in Deutschland der Zucker mit Stevia gepanscht werden? Warum werden hier natürliche Ressourcen derart verschwendet, wo das Ergebnis doch bestenfalls ein Light-Getränk sein kann – eins von vielen – nicht mehr und nicht weniger. Ich find’s sehr schade!
Oder denke ich zu naiv? Geht es vielleicht gar nicht um kalorienfreie, mit Stevia gesüßte Getränke, sondern um Stevia als Werbeträger für herkömmliche Zucker-Limonaden? Kann eine Prise Stevia den Absatz beflügeln?
Und eine letzte Frage stelle ich mir auch:
wieviel Stevia muß ein Getränk enthalten, um als “mit Stevia gesüßt” verkauft werden zu dürfen?










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Woran kann man erkennen dass es naturell ist. Muss es gekennzeichnet sein?
Dasselbe geschah mit Noni. So aufbereitet dass es dem europaeischen Gaumen entspricht aber nur mehr mit einem Bruchteil der Wirkung des Originals.
Deine Frage ist durchaus berechtigt … aber was ist mit “Original” oder “naturell” gemeint – bzw. was wird dem Verbraucher letztenendlich als Original und naturell untergeschoben?
Im deutschsprachigen Raum gibt es unglaublich viele Missverständnisse und Falschinformationen zu Stevia, daß der Verbraucher clevere Marketingbotschaften aufsaugen wird wie ein Schwamm.
Verbürgen kann ich mich eigentlich nur für die Produkte, die ich selbst verkaufe; sie haben einen amtlichen Herkunftsnachweis und viele Auszeichnungen/Zertifizierungen.
Übrigens müssen die offiziell anerkannten Stevia-Produzenten bei der paraguayischen Stevia-Kammer registriert sein, die auch gleichzeitig Kontrollinstanz ist.
Derzeit gibt es in Paraguay nur VIER offizielle Hersteller und es gibt auch nur EIN offizielles Echtheitssiegel mit entsprechender Registriernummer.