Dolce Vita und Stevia

Die Lust auf Süßes ist angeboren – aber Zucker und Süßstoffe gelten  Ernährungsbewussten schon seit langem als problematisch. Eine neue Alternative ist gerade dabei, den deutschen Markt zu erobern: ein unscheinbares Kraut aus Südamerika. Indianer, die damit schon seit jeher ihren Tee süßen, nennen es „Honigblatt“

„Dolce Vita“, süßes Leben, und Kosenamen wie „Süße“, „Sweetheart“ und „Honey“ machen es deutlich: Wir assoziieren „süß“ mit Genuss und Glück, vor allem, wenn das Leben uns seine „Schokoladenseite“ zeigt. Die Lust auf Süßes ist angeboren, Menschenkinder kommen mit der Vorliebe für den süßen Geschmack auf die Welt. Schon der süße Geschmack des Fruchtwassers hinterlässt eine Prägung, und auch die menschliche Muttermilch ist mit sieben Prozent Milchzucker süßer als jede Tiermilch.

Meistens befriedigen wir die Lust auf Süßes mit Schokolade, Eis, Keksen, Kuchen und Süßigkeiten. Aber Zucker ist spätestens seit Dr. Otto Brukers Buch „Zucker! Zucker!“ als „weißes Gift“ verschrien. Zuckerkonsum lässt nicht nur Karies entstehen, sondern führt auch zu einer Entmineralisierung von Zähnen und Knochen, da zu seiner Verarbeitung im Stoffwechsel Kalzium benötigt wird. Häufiger und regelmäßiger Zuckerkonsum – die Deutschen verzehren durchschnittlich 110 Pfund pro Jahr und Kopf – ist daneben auch (mit-)verantwortlich für Blutzucker-Schwankungen, Altersdiabetes, Magenschleimhaut-Entzündungen, Vitamin-B-Mangel, Hyperaktivität bei Kindern, Schwächung des Immunsystems, Fettleber, Übergewicht, Krebs, Akne, Depressionen, Herzinfarkt, Colitis und Kinderlähmung.

Anhand von Krankheitsfällen aus seiner Praxis belegt Bruker in seinem Anti-Zucker-Buch, dass bei einer zuckerfreien Ernährung all diese Krankheitsbilder wieder abheilen, solange noch keine Organe dauerhaft geschädigt sind.

Zucker ist ein isoliertes Kohlenhydrat und braucht zu seiner Verarbeitung im Stoffwechsel Vitamine der B-Gruppe ist also ein Vitamin-B-Räuber. Die B-Vitamine sind aber für eine ausgeglichene Stimmung und ein stabiles Nervensystem unentbehrlich. Nur zwei Teelöffel Zucker vermindern die Aktivität der weißen Blutkörperchen für einen halben Tag um die Hälfte und schwächen damit das Immunsystem.

Viele Menschen sind sich der negativen Folgen des Zuckerkonsums für Gesundheit und Gewicht bewusst und greifen zu künstlichen Süßstoffen als einer scheinbar gesunden Alternative. Die Süßstoffindustrie lobt ihre Produkte als „moderne, geschmacklich attraktive und gesunde Lebensmittel“. Die Deutschen gaben allein 1995 für Süßstoffe 170 Millionen Mark aus, und weltweit hat der Süßstoff-Markt ein Volumen von zwei Milliarden Dollar.

Der Krebsverdacht gegen Saccharin und Cyclamat ist indes bis heute nicht ausgeräumt. In Tierversuchen wurde bei hohen Dosen eine karzinogene (krebserregende) Wirkung nachgewiesen. Cyclamat wurde in Großbritannien, den USA und anderen Ländern vom Süßmittelmarkt verbannt; nach der 1994 beschlossenen EU-weiten Regelung sind Süßstoffe für Säuglinge und Kleinkinder strikt verboten. Vor Aspartam – Renner unter den Diätsüßen und bei uns als „NutraSweet“ oder „Canderel“ in Produkten wie Diät-Cola, Vitaminbonbons, Zahnpasta und Eiscreme enthalten – wird von vielen Ernährungswissenschaftlern eindringlich gewarnt. Professor Richard Wurtman vom „Massachusetts Institute of Technology“ (MIT) in den USA: „Aspartam lässt die Tyrosin-Konzentration im Gehirn um 300 Prozent steigen. Zu viel Tyrosin kann zu Kopfschmerzen, Depressionen, Übelkeit, epileptischen Anfällen, Gedächtnisstörungen und Menstruationsbeschwerden führen.“ Abbauprodukte von Aspartam sind Formaldehyd und Methanol (Holzalkohol), beides für den Menschen giftige Substanzen. Verbrauchergruppen in den USA behaupten, dass die Methanol-Konzentration in Diätprodukten ausreiche, um das Gehirn dauerhaft zu schädigen. Bei Formaldehyd handelt es sich nachweislich um eine krebsauslösende Substanz.

Eine gesunde Alternative, die gerade dabei ist, den deutschen Süßmittelmarkt zu erobern, ist „Stevia rebaudiana“, eine unscheinbare mehrjährige Staude aus der Familie der Chrysanthemengewächse. Seit Jahrhunderten, lange vor der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert, süßen die Guarani und Mato-Grosso-Indianer Paraguays ihren Mate-Tee mit diesem Süßkraut, das sie in ihrer Sprache ,,Kaja-he“ oder „Caa-a yupe“ („Honigblatt“ oder „Süßes Glück“) nennen. Sie benutzen das Blatt des pfefferminzähnlichen Krautes auch für Heilzwecke bei Diabetes, Bluthochdruck, Erschöpfung, Verdauungsstörungen, Verletzungen und Hautproblemen.

Schon das Stevia-Blatt ist zehn bis 20 Mal so süß wie Zucker, der weiße Steviosid-Auszug hat sogar bis zu 400 Mal so viel Süßkraft und das bei praktisch null Kalorien. 1887 wurde diese Pflanze von Antonjo Bertoni, einem südamerikanischen Naturforscher, wiederentdeckt und trägt seither den Namen „Stevia rebaudiana Bertoni“. Sie wächst in den Amambai-Bergen im Grenzland zwischen Brasilien und Paraguay. Stevia scheint eine gesunde Alternative zu Zucker und Süßstoffen zu sein, und in Japan hat „Kaja-he“ bereits über die Hälfte des Süßmittelmarktes erobert. Dort wird es als Tafelsüße, in Eiscremes, Diätgetränken, Keksen, Kuchen und Mixed Pickles verwendet. Stevia ist jetzt auch bei uns zu haben (z.B. unter Nahrungsergänzung bei http://www.kit-bazar.de – aus rechtlichen Gründen ist eine Verlinkung an dieser Stelle nicht möglich – oder in ihrer Apotheke).

Antonio Bertoni schrieb schon 1901 nach einigen Jahren Erfahrung mit Stevia: „Ein paar kleine Blätter sind ausreichend, um eine Tasse starken Kaffee oder Tee zu süßen. Außerdem gibt es keinerlei giftige Substanzen, die seinen Gebrauch einschränken.“ 1918, nach umfangreichen Studien, war er sogar überzeugt: „Stevia ist nicht nur nicht toxisch, sondern im Gegenteil gesund.“ Noch nie wurde irgendein Nachteil oder eine gesundheitsschädliche Wirkung von Stevia für den menschlichen Körper beobachtet. Im Gegenteil: Stevia hat viele gesundheitliche Vorzüge und sogar Heilwirkungen. Sie enthält außer extrem süß schmeckenden Glykosiden mindestens 31 essentielle Öle und viele Mineralstoffe, dazu Chlorophyll, Enzyme und Vitamine.

Schon im Buch „Natürliche Pflanzengeschichte des Neuen Spanien“ berichtet der spanische Arzt Dr. Francisco Hernandéz, dass Stevia-Pflanzen in Südamerika bei Koliken eingesetzt werden, als fiebersenkendes Mittel, bei Rückenschmerzen, Rheuma, Übelkeit, Infektionen, Haarausfall und Entzündungen. Die moderne Wissenschaft hat bestätigt, dass Stevia aufgrund ihres Chlorophyllgehaltes antibakteriell wirkt und ihr positiver Einfluss bei Haarausfall wahrscheinlich auf die östrogenähnliche Wirkung ihrer Flavonoide zurückzuführen ist.

Noch heute wird Stevia in Südamerika nicht nur zum Süßen von Tee und Speisen verwendet, sondern auch als Tonikum verschrieben und verabreicht, um die Verdauung zu fördern, den Blutdruck zu harmonisieren, Müdigkeit und Erschöpfung zu bekämpfen, Übergewicht abzubauen, gegen Pilzbefall zu helfen und den Blutzuckerspiegel von Diabetikern zu normalisieren. Äußerlich wird Stevia verwendet, um Haut und Haare jugendlich schön zu erhalten. Daneben wird sie in Südamerika traditionell als Wundheilmittel eingesetzt, außerdem gegen Ekzeme, Akne, Schuppenflechte und andere Hautprobleme. Wahrscheinlich sind für die Wirkung bei Hautproblemen die zahlreichen Enzyme und das Chlorophyll in den Blättern verantwortlich. Eine Mischung aus Steviablättern, Crysanthemenblättern und mit Wasser verdünnter Heilerde hilft bei Sonnen- und Altersflecken, Insektenstichen und Falten. Ganze Blätter sowie Extrakte und angerührte Pulver aus Stevia machen die Haut weicher und glatter, bekämpfen Unreinheiten, verbessern den Tonus und glätten sogar Falten.

Stevia ist empfehlenswert bei Candida-Pilzbefall, weil es nicht wie anderes Süßes den Pilz füttert, sondern neben einer antibakteriellen auch eine antifungizide Wirkung entfaltet und das Pilzwachstum eindämmt. Stevia ist eine große Hilfe bei Übergewicht, da es pro Portion von 100 Milligramm weniger als eine halbe Kalorie enthält und außerdem den Naschdrang und den Appetit auf fettige und ungesunde Speisen dämpft. Stevia stellt auch ein gesundes und nebenwirkungsfreies Süßmittel für Diabetiker dar und ist in Brasilien offiziell als Heilmittel für Diabetiker anerkannt: Klinische Studien zeigen, dass Stevia in der Lage ist, die Glukose-Toleranz zu verbessern und den Blutzuckerspiegel zu senken. Viele Diabetiker verspüren schon bei einem halben Teelöffel Stevia pro Tag gesteigerte Energie und Wohlbefinden.

Stevia ist auch eine Hilfe bei Zahnproblemen und wird in Südamerika traditionell als Mittel gegen Zahnfleischbluten, Karies, Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Die moderne Wissenschaft hat die antibakterielle Wirkung von Stevia bestätigt, die wahrscheinlich mit dem hohen Gehalt an Vitamin C und Chlorophyll zusammenhängt, die beide unerwünschtes Bakterienwachstum im Mund eindämmen. Die vielen Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Kalzium, Mangan, Zink, Silizium und Zinn sorgen für ein basisches Milieu, in dem Streptokokken und Lactobazillen schlecht gedeihen. Die Japaner, weltweit führend im Stevia-Konsum, verwenden Stevia aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung in einer Reihe von Zahnpasten, Mundwassern, Mitteln gegen Zahnfleischbluten, Halsschmerztinkturen und medizinischen Kaugummis. Stevia unterstützt die Immunabwehr, schützt vor Infektionen und lässt Entzündungen schneller abklingen.

Stevia hat sich auch bei Haarproblemen wie Schuppen, Haarausfall sowie grauen oder glanzlosen Haaren bewährt. Man gibt dem Shampoo für die letzte Haarwäsche etwas Stevia-Pulver bei und lässt es eine Weile einwirken. Bei trockenem, glanzlosen Haar oder Haarausfall kann man eine Haarkur aus zwei Esslöffeln Olivenöl, zwei Eigelb und grünem Stevia-Pulver anwenden. Die Mischung lässt man eine Stunde mit einem Handtuch abgedeckt – einwirken und wäscht sie dann mit einem milden Shampoo gründlich aus.

Man kann Stevia aber auch einfach als gesundes Süßmittel und zum Backen, Braten oder Kochen verwenden. Extrakte auf Wasser- oder Alkoholbasis kann man kaufen oder sich selbst einfach herstellen.

(Quelle: Artikel von Barbara Simonsohn aus Esotera 01/2000, Seite 62ff)

Über Yerbabuena - die Stevia-Kenner

Dieses Blog berichtet aus Paraguay - der Heimat der Stevia. Gerne teile ich mein Wissen über Stevia mit meinen Lesern und stehe für Fragen zur Verfügung. Kunden, die das echte Stevia in Bio-Qualität in größeren Mengen einkaufen möchten, stehe ich gerne als Vermittler zur Verfügung. Sprechen Sie mich an!
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