Wie Stevia in Paraguay angebaut wird – die Grundlagen

Die Steviapflanze ist ursprünglich ein wild wachsendes Kraut aus den nördlichen Regionen Paraguays, im Grenzgebiet zu Brasilien. Hier fand und findet sie noch immer ideale Wachstumsbedingungen – nämlich saure, nährstoffarme und feuchte Böden, aber vor allen Dingen ein immerwährendes, warmes Klima.

Landschaft in ParaguayAn dieser Stelle – aber nur am Rande – möchte ich gern die in Deutschland gern verwendete Bezeichnung „paraguayisches Hochland“ richtig stellen. Paraguay ist ein flaches Land – von ein paar Hügeln abgesehen, die hier Cordillera genannt werden und nur wenige Höhenmeter erreichen.

„Hochland“ mag zwar exotisch und besonders vertrauenswürdig für den Verbraucher klingen – aber es ist tatsächlich so: Paraguay hat kein Hochland.

Doch zurück zum Anbau der Stevia in Paraguay.

Grundsätzlich kann man Stevia über Saatgut ausbringen, wobei zweierlei Arten erhältlich sind:

  • Ka’a He’e Criollo – die ursprüngliche Gattung der Stevia
  • Ka’a He’e Eireté – eine vom nationalen landwirtschaftlichen Institut weiter entwickelte Art, mit einem höheren Glykosidgehalt.

Die Sorte Criollo ist ursprünglich und anspruchsloser als Eireté, enthält aber bis zu dreimal weniger Rebaudosid A. Criollo ist sonnenhungrig und reagiert nicht übermäßig empfindlich auf Bewässerungsfehler. Die in Deutschland erhältlichen Samen sind überwiegend Criollo.

Bei der Aussaat ist zu bedenken, daß Stevia ein Lichtkeimer ist. Die Samen dürfen also nicht mit Erde bedeckt, sondern nur leicht angedrückt werden, wobei 20 Gramm Samen ca. 500 Pflänzchen ergeben, die zunächst im Schatten vorgezogen werden sollten.

Einfacher und in Paraguay üblich, ist die Vermehrung durch Stecklinge. Lange, knotige Pflanzentriebe werden mit Erde bedeckt, bis sie wurzeln. Dabei sollten zwei Knoten in der Erde und drei Knoten am Trieb verbleiben. Nach ca. 3 Wochen hat der Steckling gewurzelt und kann von der Mutterpflanze getrennt werden.

Um gute Erträge erzielen zu können, bedarf der kommerzielle Anbau trotz idealer Boden- und Klimabedingungen, sehr viel Pflege und eines zuverlässigen Bewässerungssystems. Sind diese Bedingungen erfüllt, kann sich die Produktivität einer Anpflanzung um bis zu 30% erhöhen.

Die künstliche Bewässerung ist vor allen Dingen deshalb so wichtig, weil die ursprünglich aus den halbfeuchten Regionen Paraguays stammende Pflanze bei Trockenheit ihre Widerstandskraft verliert und anfällig für Krankheiten wird.

Auch wenn Stevia niedrige Temperaturen gut vertragen kann, schwächt es dennoch ihr Wachstum ganz enorm. Aufgrund der idealen klimatischen Bedingungen hier in Paraguay können wir bis zu fünf Mal im Jahr Stevia ernten.

Die Ernte erfolgt vor der Blüte, indem der Strauch kurz über dem Erdboden abgeschlagen und dann zum Trocknen in der Sonne ausgelegt wird. Da Stevia eine mehrjährige Pflanze ist, wird sie in Kürze neu austreiben.

Soweit ein erster Einblick in die Grundlagen des Stevia-Anbaus in Paraguay.

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Erfahren Sie demnächst mehr über:
die Details des Anbaus, die Wachstumszyklen und die Pflege der Pflanzungen, die Produktion und Vermehrung sowie über die Weiterverarbeitung der Stevia Rebaudiana Bertoni.

Über Yerbabuena - die Stevia-Kenner

Dieses Blog berichtet aus Paraguay - der Heimat der Stevia. Gerne teile ich mein Wissen über Stevia mit meinen Lesern und stehe für Fragen zur Verfügung. Kunden, die das echte Stevia in Bio-Qualität in größeren Mengen einkaufen möchten, stehe ich gerne als Vermittler zur Verfügung. Sprechen Sie mich an!
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