So funktioniert der Anbau von Stevia – Teil 2

Eigentlich ist der Anbau von Stevia vollkommen unkompliziert – zumindest in den heimatlichen Gefilden des süßen Krauts, in Paraguay. Dennoch bedarf es einiges an Insiderwissen, soll die Qualität unserer Ernte dem weltweit bekannten guten Ruf als „bestes Stevia der Welt“ gerecht werden.

Wie bereits in Teil 1 unserer Artikelserie beschrieben, ist abgesehen von der Beachtung der Anbauvoraussetzungen, wie die optimale Bewässerung und das ideale Klima, insbesondere großer Wert auf die Einhaltung der Pflanz- und Erntezyklen zu legen.

Zwei weitere Säulen des erfolgreichen Steviaanbaus erläutern wir nachfolgend:

  1. Anbauvoraussetzungen
  2. Anbau- und Wachstumszyklen
  3. Pflege der Pflanzungen
  4. Vermehrung der Stevia
  5. Verpflanzung
  6. Ernte- und natürliche Trockungsverfahren

3. Pflege der Pflanzungen

Eine Steviaplantage (Ka’a He’e) ist, sofern die empfohlenen Ernte- und Wachstumszyklen eingehalten werden, eine immergrüne Anpflanzung, da von wenigen Ausnahmen abgesehen, bereits 8 Tage nach der Saat die ersten Keimlinge zu sehen sind.

Die Zugabe von Kompost bzw. natürlichen Düngern ist zwar unvermeidlich, muss jedoch mit Augenmaß betrieben und streng dem Pflanzenwachstum angepasst werden. Grundsätzlich ist eine natürliche Düngung ausschließlich in den Wachstumsphasen September bis Januar empfehlenswert.

Ebenfalls mit Augenmaß sollte das Besprühen mit natürlichen Fungiziden oder Düngemitteln erfolgen. Hier gilt ausnahmslos: es darf nur einmal nach jedem Beschnitt – also insgesamt viermal im Jahr – geschehen.

Die organische Düngung wird jedoch ihren Zweck verfehlen, wenn die Wachstumszyklen nicht ausreichend berücksichtigt wurden, da die Pflanze durch die Düngergabe in ihrem Wachstum beeinflusst wird und möglicherweise eine Ernte übersprungen werden muss.

Zusammenfassend gilt, daß jeglicher Eingriff in das Wachstum der Pflanze ausschließlich in der ersten Wachstumsphase erfolgen muss und nicht willkürlich zwischendurch erfolgen darf.

4. Vermehrung der Stevia

Zur Anzucht von Keimlingen sollte man auf die empfohlen Zeit für die Verpflanzung achten – nämlich April bis August und notfalls noch Anfang September.

Keimlinge werden in Früh- oder Anzuchtbeeten vorgezogen; im Sommer dauert dies ein bis zwei Monate und im Winter zirka drei Monate. Dies macht auch deutlich, daß bereits in den Monaten Mai bis Anfang Juni mit der Aussaat begonnen werden muss, will man mit kräftigen Keimlingen im September das beginnende Wachstumsjahr einläuten.

Mit der Vorbereitung der Früh- bzw. Anzuchtbeete beginnt man mindestens zwei bis drei Monate vor der Aussaat.

Dazu gehört das gründliche umpflügen und jäten des Bodens bei gleichzeitiger Zugabe von organischem Herbizid, Kompost und Dünger sowie Desinfektion der Böden. Das Anzuchtbeet erhält abschließend eine mindestens 5cm hohe Schicht organischen Materials, was ein schnelles Anwachsen der Schösslinge gewährleistet.

Die sorgfältige Vorbereitung des Bodens macht sich bezahlt, denn tut man es nicht, wird das Saatgut nicht zuverlässig und termingerecht aufgehen.
Erfolgt die Aussaat zu spät, sind die Schösslinge nicht kräftig genug. Sie verbleiben daher für die Verpflanzung im darauf folgenden Jahr in den Anzuchtbeeten, was wiederum die Pflegekosten erhöht.

__________

Was Ihnen unsere erfahrenen Steviabauern zur Verpflanzung der sorgfältig aufgezogenen Keimlinge empfehlen und wie Sie nach Beendigung des Wachstumszyklus ihre verdient reiche Ernte einfahren und „artgerecht“ trocknen können, erfahren Sie in Kürze in unserem abschließenden Artikel zu dieser Serie „So funktioniert der Anbau von Stevia – Teil 3“

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Über Yerbabuena - die Stevia-Kenner

Dieses Blog berichtet aus Paraguay - der Heimat der Stevia. Gerne teile ich mein Wissen über Stevia mit meinen Lesern und stehe für Fragen zur Verfügung. Kunden, die das echte Stevia in Bio-Qualität in größeren Mengen einkaufen möchten, stehe ich gerne als Vermittler zur Verfügung. Sprechen Sie mich an!
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5 Antworten zu So funktioniert der Anbau von Stevia – Teil 2

  1. Bernhard schreibt:

    Hi ich bin Landwirt und wollte stevia in Deutschland anbauen. Vielleicht könnt ihr mir Tipps zum Düngen und Spritzen geben. Am besten schickt mir eine e-Mail.
    Mit freundlichen Grüssen Bernhard

    • YerbaBuena-Shop schreibt:

      Hola Bernhard,
      „unser“ Steviabauer benutzt ein rein organisches Produkt aus eigenem Hause – „SteviaLine Agricola“ ist lanjährig entwickelt und erprobt und besteht aus Stevia🙂 Das Produkt kommt nicht nur hier in Paraguay zum Einsatz sondern wird auch exportiert.
      Die genaue Produktbeschreibung müsste ich erst übersetzen, falls ernsthaftes Interesse besteht.

      Der Anbau in Deutschland dürfte nicht ganz so einfach werden, weil die klimatischen Bedingungen nicht gegeben sind. Stevia braucht JEDE Menge Sonne – erst dadurch kommt die unvergleichliche Süße in die Blätter und natürlich auch der bitterfreie, gute Geschmack.

      Ich wünsch‘ dir viel Erfolg!

      Grüße aus Paraguay🙂

  2. Pingback: So funktioniert der Anbau von Stevia – Teil 3 | YerbaBuena-Shop – der Blog zum Shop

  3. YerbaBuena-Shop schreibt:

    Danke, ich freue mich, daß dir die Artikelserie gefällt – du kannst schon gespannt sein auf Teil 3🙂

    Eigentlich wächst Stevia fast von alleine – man muß halt ein paar grundlegende Dinge dabei berücksichtigen.
    Das tolle und auch außergewöhnliche des paraguayischen Stevia ist, daß es organisch angebaut wird und dies auch kontrolliert wird. Dies und das favorable Klima machen unser Stevia zum besten der Welt🙂

  4. sayrueart schreibt:

    Auch Teil 2 ist wieder super informativ und sehr gut zusammengestellt. Es steckt viel Arbeit in der Aufzucht dieser Pflanze, aber diese lohnt sich und das Produkt ist bestimmt natur pur.

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