Stevia wurde heute in der EU zugelassen!

Stevia rebaudiana flowers

Image via Wikipedia

Stevia rebaudia Bertoni darf ab sofort als Süßungsmittel in Speisen und Getränken innerhalb der EU verwendet werden. Das Europäische Parlament hat am heutigen Freitag endlich grünes Licht gegeben, wie die paraguayische Steviakammer heute offiziell bestätigte.

Die Gesetzesänderung wurde bereits im Juli 2011 von den EU-Mitgliedsstaaten einstimmig beantragt und lag seither der Kommission zur endgültigen Genehmigung vor.

Der Zulassungsprozess wurde im Jahre 2003 vom damaligen Präsidenten der paraguayischen Steviakammer, Juan Carlos Fischer,  angestossen und seither begleitet. Am 2. Dezember erfolgt der offizielle Eintrag in den Codex Alimentarius der EU.

Die offizielle Zulassung der Stevia in der EU bedeutet für Paraguay einen großen wirtschaftlichen Nutzen, sowohl im Hinblick auf mögliche Investitionen zur Verbesserung der genetischen Qualität der Stevia an sich, als auch eine Steigerung der Anbauflächen und damit Arbeit und Brot für viele landwirtschaftliche Kleinbetriebe.

Derzeit wird Stevia auf nur 1.500 Hektar angebaut, doch müssen die Flächen in den nächsten zehn Jahren auf mindestens 10.ooo Hektar aufgestockt werden, um die weltweite Nachfrage auch nur annäherend befriedigen zu können.

Paraguay plant nun den beginnenden Stevia-Goldrush zu regulieren.

 

Über Yerbabuena - die Stevia-Kenner

Dieses Blog berichtet aus Paraguay - der Heimat der Stevia. Gerne teile ich mein Wissen über Stevia mit meinen Lesern und stehe für Fragen zur Verfügung. Kunden, die das echte Stevia in Bio-Qualität in größeren Mengen einkaufen möchten, stehe ich gerne als Vermittler zur Verfügung. Sprechen Sie mich an!
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21 Antworten zu Stevia wurde heute in der EU zugelassen!

  1. Okki schreibt:

    Zitat: „Zum anderen ist Stevia selbst ein Dünger, es reichert den Boden mit wertvollen Mineralien an“

    Wie kann ich das denn verstehen und wie soll das funktionieren? Eine Pflanze die sich selber düngt?

    • YerbaBuena-Shop schreibt:

      Stevia ist NICHT vorrangig süß, sondern wurde von altersher als Heilkraut geschätzt. Die Süße ist ein „Nebeneffekt“🙂
      Für die landwirtschaftliche Nutzung werden die Pflanzen geschreddert, mit Wasser angesetzt und weiter verarbeitet. Die Rezepturen ist mir nicht bekannt.
      Es belebt ausgelaugte Böden, hilft beim Abbau chemischer Belastungen und ist sehr effektiv bei der Bekämpfung von Ungeziefer, wie Würmer, Mücken etc..

      Die landwirtschaftlichen Produkte (Landwirtschaft und Viehzucht) bilden eine eigene Produktionslinie, es wird also nicht das hochwertige und teuere Steviosid verwendet.

  2. Stefan schreibt:

    Finde ich gut, dass hier staendig geschrieben wird.

  3. Pingback: Stevia Zulassung

  4. Paul Kliks schreibt:

    Ein langer Atem zahlt sich aus. Den ein oder anderen Zweifler wird es auch weiterhin geben. Und so wie allen Nahrungsmitteln in unserer heutigen Zeit kann Schindluder natürlich nicht zu 100 % unterbunden werden. Jedoch sollte man allem was Zucker ergänzen/ersetzen könnte die Chance geben sich zu beweisen. Denn eine der größten Langzeitstudien mit „tollem“ Erfolg können wir tagtäglich auf unseren Straßen beobachten -> Die Folgen des Wahnsinns-Zuckerkonsums.

    Beste Grüße und bis bald – Paul

    • YerbaBuena-Shop schreibt:

      Danke Paul für deinen Kommentar.
      Schindluder mit Stevia hat es auch bisher gegeben, weil einige meinten, damit das schnelle Geld verdienen zu können. Es gibt sogar Steviaprodukte (aus Bolivien), wo nachweislich nur Süßstoff drin ist. Der „Witz“ dabei, daß dann Menschen vom Produkt soooo überzeugt sind, weil es eine bisher gewohnte Süße hat.

      Sonnigen Gruß aus Paraguay

  5. Mister Stevia schreibt:

    Ja, ab Dezember 2012 soll es auch in Österreich soweit sein mit Stevia!

  6. max schreibt:

    Hallo,

    gibts auch irgendwo einen Link zur Quelle oder den Anträgen usw? Stelle im Codex Ali.?

  7. Rosi schreibt:

    Ich finde es gut, dass Stevia endlich zugelassen wurde.
    Allerdings ist die Aussage oben für mich etwas bedenklich, dass man schon über eine genetische Verbesserung von Stevia nachdenkt. Warum will man etwas, das gut ist, gleich mal verändern???
    LG Rosi

    • YerbaBuena-Shop schreibt:

      Hallo Rosi,
      mit der genetischen Verbesserung ist nicht die labortechnische Genmanipulation gemeint, wie wir es aus dem Tierlabors kennen. Über solche Technologien verfügt Paraguay nicht.
      Gemeint ist damit, daß eine Auswahl jener Pflanzen stattfindet, deren Anteil an Reb.-A. besonders hoch ausgefallen ist (z.B. weil die Ernte in der Saison besonders gut war). Jene Pflanzen werden vermehrt und neu ausgepflanzt.
      Und was auf gar keinen Fall gemeint ist, daß ein Monsanto-Konzern jemals die Finger mit ins Spiel bekommt. Dafür sind die Paraguayer viel zu stolz auf IHR STEVIA.

      Was ist in Fernost geschieht, kann ich jedoch nicht beurteilen.

      LG, Petra

  8. Inka Germanico schreibt:

    Hat auch lang genug gedauert ! Alles nur wegen der Zuckerlobby .
    Geduld und Standhaftigkeit zahlt sich aus !

    • YerbaBuena-Shop schreibt:

      ja, es hat lange gedauert, wobei es in den USA regelrechte Treibjagden gab und Bücher über Stevia sogar verbrannt wurden!! Bis … ja, bis der Cargill-Konzern, als einer der größten Lebensmittelkonzerne in den USA und Hauptlieferant von CocaCola, vor einigen Jahren den Sieg davon trug, und damit verbunden, diverse PATENTE auf den Süßstoff der Stevia (Reb.-A.) sowie auf das Herstellungsverfahren. Ist also alles bereits in US-Hand.
      Dass es in der EU dennoch so lange gedauert hat, liegt natürlich an der Zuckerlobby aber auch an der Bürokratie im Euro-Land.

  9. Steffen schreibt:

    Hallo Petra,
    das ist ja mal eine sehr gute Meldung (zumindest für die Verbraucher) Da hab ich gestern am 11.11.11 um 11.11 Uhr erst einen Artikel über das Spiel mit der Stevia und dessen langsame Lächerlichkeit gepostet und um 15.30 Uhr bekam ich die Meldung der Zulassung. Da hat sich der Kampf der vielen Leute, die den Einsatz von Stevia schon lang unterstützen doch endlich gelohnt. Vielleicht haben wir auch ein bisschen mit geholfen. Egal ich werde mir jedenfalls in Zukunft ein Lächeln nicht verkneifen können, wenn ich Stevia Produkte (als Lebensmittel) in den Märkten sehe und das wird sehr bald passieren.🙂
    viele Grüße zu euch dort „im Sommer“
    Steffen

    • YerbaBuena-Shop schreibt:

      Hola Steffen, über das Datum musste ich auch schmunzeln und zum Glück war es nicht der 1. April🙂
      Ja, der Einsatz hat sich gelohnt – zumindest für die Verbraucher in der EU. Was es letztendlich für die Kleinbauern mit ihren Familien bedeuten wird, ist eine andere Frage. Ich kenne nur einen einzigen Betrieb/Hersteller, der auch soziale Verantwortung übernimmt, ganz einfach, weil er es schon immer als seine Pflicht ansah. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.
      Aber wie gesagt, dies ist nur einer von vielen, die jetzt auf den Markt wollen – und da wird die Gier der Antrieb sein. Und Gier hat noch nie zu etwas Gutem geführt, man braucht sich bloß in der Welt umzuschauen.

      Ich hoffe daher, daß der Verbraucher in der EU inzwischen erwachsen genug ist, darauf zu achten, wo und was er kauft – Infos dazu gibt es ja hier reichlich auf meinem Blog🙂

      LG, Petra

  10. Axel Mende schreibt:

    Klasse wieder neue Monokulturen.

    • YerbaBuena-Shop schreibt:

      Axel, man kann das nicht pauschalisieren.

      Monokultur wird verbunden mit ausgelaugten und nutzlos gewordenen Böden.
      Das ist bei Stevia, so wie es in Paraguay angebaut werden kann, jedoch nicht der Fall. Zum einen sind die Felder im kleinbäuerlichen Besitz und die Wachstumsbedingungen sind hier im Ursprungsland der Stevia optimal, wir brauchen keine chemischen Hilfsmittelchen! Zum anderen ist Stevia selbst ein Dünger, es reichert den Boden mit wertvollen Mineralien an. Es gibt sogar eine eigene Produktlinie für den landwirtschaftlichen Einsatz – die wenigsten Menschen wissen dies.

      Anders sehe ich das in Fernost. Dort werden riesige Areale ausschließlich mit Stevia bepflanzt und auch bedüngt und mit Herbiziden versorgt. Das ist so, weil die Stevia nicht in Fernost heimisch ist. Weder hat sie paraguayische Böden noch das Klima. Und deshalb wächst sie nur unter Zuhilfenahme von Chemie.

      Genau hier liegt der Unterschied – und der wirkt sich nicht nur auf die Umwelt aus, sondern auch auf den Geschmack und die Qualität von Stevia.

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